Best-Practice-Projekte aus dem Bereich Kinderpolitik
Der Hof Wessels
Der Hof Wessels liegt in der Stadt Herten (64.340 Einwohner), im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Die Hertener Bürgerstiftung wurde 1999 gegründet. Ihr Ziel ist es, den Strukturwandel im Ruhrgebiet mit bürgerschaftlichem Engagement zu begleiten und ihn aktiv mitzugestalten. Die Stiftung initiiert und unterstützt u. a. Aktivitäten in den Bereichen Bildung, Erziehung, Jugendhilfe und Kultur.
Der über 100 Jahre alte, zum Großteil verfallene Bauernhof wurde im Jahr 2000 von der Bürgerstiftung erworben und über drei Jahre mit großem Engagement wieder aufgebaut.
Stadt Herten
Langenbochumer Strasse 341
45701
Herten
Der Jugendgemeinderat (JGR) Weingarten ist eine von Jugendlichen gewählte Interessenvertretung mit 33 Mitgliedern im Alter von 14-16 Jahren. Wie sollen Spiel- und Sportplätze gestaltet, wie Rad- und Verkehrswege angelegt werden; mit diesen und vielen anderen Themen beschäftigen sich die Jugendlichen und versuchen mit der Stadtverwaltung oder dem Gemeinderat eine Lösung zu finden. Auf Betreiben der Jugendlichen konnte z.B. ein Skatepark in Weingarten durchgesetzt werden - eine der zahlreichen Erfolgsstorys seit der Gründung des ersten Jugendgemeinderates in Deutschland.
Zum Jugendgemeinderat wählbar und wahlberechtigt sind jeweils Schüler der 8. Klassen in den Weingartener Schulen. Die Wahl wird nach dem Grundsatz der Mehrheitswahl durchgeführt, d.h. von jeder Schule ziehen die Bewerber mit den meisten Stimmen in den JGR ein. Alle Schulen sind mit mindestens einem Sitz vertreten, große Schulen entsenden entsprechend mehr Vertreter.
Besonderheit dabei ist, dass die Wahlen jedes Jahr im Herbst stattfinden, denn ein Drittel der Mitglieder wird jeweils neu gewählt. Damit sind neben "alten Hasen" auch "Frischlinge" dabei. Dieses "rollierende System" soll eine kontinuierliche Arbeit ermöglichen und gleichzeitig frischen Wind hinein bringen. Die Jugendlichen bleiben dann 3 Jahre lang aktiv.
Stadt Weingarten
Hauptamt
Kirchstraße 1
88250 Weingarten
Die Kindervereinigung in Frankfurt (Oder) wurde 1990 von 40 Personen des öffentlichen Lebens und Mitgliedern aus verschiedenen Parteien gegründet. Ziel und wichtigstes Anliegen dieser Gruppe war es, die Rechte der Kinder auf allen Ebenen zu erhalten bzw. durchzusetzen.
Seit dieser Zeit brachte sich der Verein mit seinen kinderpolitischen Aktionen immer wieder ins Gespräch. Fahrradtouren 'Für mehr Kinderfreundlichkeit' durch das Land Brandenburg, das erste Kinderparlament (1993-1996) in den neuen Bundesländern, die Teilnahme an mehreren Treffen von Kinder- und Jugendparlamentariern aus dem In- und Ausland sowie 4 Landeskinderkonferenzen zählen zu den Meilensteinen.
Zu den gegenwärtigen Projekten zählen das Kinderheim 'Clara Zetkin' mit seinen betreuten Wohngemeinschaften in Kliestow und Frankfurt, das Kinderbüro, der Klassenfahrt- und Ferienservice, der Spielmannszug, die Mädchenfußballmannschaft und die AG Kinder- und Jugendpolitik.
Das Kinderbüro Frankfurt (Oder) ist Anlauf- und Ausgangspunkt für diverse kinder- und jugendpolitische Projekte. So befindet sich hier die regionale Servicestelle für Jugendbeteiligung, aber auch die Anlaufstelle für das K-Team. Kinderfeste, Veranstaltungen in Kindergärten und Schulen, Bildungsangebote (Kinderrechte, Partizipation) und einfach nur Hilfe bei Problemen sind weitere Aufgabenfelder des Kinderbüroteams.
Kindervereinigung Frankfurt (Oder)
Mit Kindern für Kinder e.V.
Mühlenweg 48
15232 Frankfurt (Oder)
Das Leipziger Kinderbüro e.V.: "Kinder planen ihre Stadt"
Das Leipziger Kinderbüro ist Ansprechpartner für Kinder aber auch Jugendliche, insbesondere in den Bereichen, die Mitplanen und Mitgestalten des Lebensumfeldes umfassen. Das Kinderbüro gilt als Anlaufstelle, Vermittlungsinstanz und Informationsbörse für Eltern, Bürgerinnen
und Bürger, Organisationen, Verbänden, Vereinen und Institutionen, die sich für Kinderinteressen, insbesondere im Bereich der Stadtgestaltung, engagieren wollen. Es ist direkter Ansprechpartner für mögliche Projekte in den Bereichen Stadtplanung, Stadtsanierung und Umwelt. Ein wichtiges Instrument ist das mobile Kinderplanungsbüro, mit dem Kinder und Jugendliche einen bestimmten Gestaltungsvorschlag für eine kommunale Fragestellung (z.B. Spielplatzgestaltung) erarbeiten.
Für eine bürgernahe Stadtpolitik ist es typisch, bereits in der konzeptionellen Phase Kindermeinungen und Ideen zur Stadt- und Verkehrsplanung einzubeziehen. Städtische Ämter, aber auch Firmen bzw. Institutionen, können das Leipziger Kinderbüro frühzeitig über Bau- bzw. Umgestaltungsvorhaben informieren und unverkrampft einen Meinungsaustausch mit Kindern und Jugendlichen führen. Auf Grund des vorhandenen Methodeninventars ist das Leipziger Kinderbüro in der Lage, für Sanierungsvorhaben und Stadtneugestaltungen die Kinderfreundlichkeit zu ermitteln. In regelmäßigen Abständen werden vom Leipziger Kinderbüro Berichte von Kindern und Jugendlichen zu Stadtteilfragen als Lage- und Bestandsaufnahme vorgelegt. Außerdem organisiert es Bildungsangebote für in der Kinder- und Jugendarbeit professionell Tätige, aber auch für Eltern bzw. Kommunalpolitiker.
Leipziger Kinderbüro
Fachstelle für Partizipation und Demokratielernen im Urban Zentrum
Rietschelstraße 2
04177 Leipzig