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Methode Verkehrplanungscheck  im Detail - Methoden und Spiele zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen
Verkehrplanungscheck
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Kurzbeschreibung:

Mit verschiedenen Aktionen überprüfen Kinder und Jugendliche die Verkehrssicherheit in ihrem Wohngebiet und entwickeln Vorschläge zur Verbesserung.
Methodentyp:Spezifische Partizipationsmethode
Altersgruppe:6 - 20 Jahre
Gruppengröße:5 - 20 Personen
Gruppeneigenschaften:Kinder,
Jugendliche
Dauer:ca. 3 Stunden
Anzahl Personal:2
Personal:Moderator/in
Vorbereitungsaufwand:hoch
Materialbedarf:hoch
Beteiligungsart:Projektorientierte Verfahren der Partizipation
Beteiligungsstufe:hoch
Inhaltlich offen:Nein
Weitere Infos vorhanden zu:

Inhalt    Verlauf    Hinweise zur Durchführung    Vorbereitungen    Personelle Erfordernisse    Benötigtes Material    Voraussetzungen am Veranstaltungsort    Varianten     weiterführende Literatur     Quelle

Inhalte:Verkehrsplanung
Verkehrssicherheit
  
Durchführung:

Die folgenden Methoden können z. B. im Rahmen von schulischen Projektwochen, von Aktionen des Jugendzentrums und durch Gruppen im Rahmen der Jugendverbandsarbeit (z. T. auch in Kindergärten und Horten) durchgeführt werden.
a)Fotostreifzüge (siehe dort): Kinder und Jugendliche ziehen mit Fotoapparaten und Auftragsbögen los, um gefährliche Verkehrspunkte zu fotografieren.
b)Interviewstreifzüge (siehe dort): Kinder und Jugendliche befragen Leute auf der Straße zur Verkehrssituation im Ort.
c)Punktuntersuchung (siehe dort): Auf großen Stadt(teil)plänen tragen Kinder und Jugendliche Gefahrenpunkte im Straßenverkehr ein.
Aktionen im Rahmen des Verkehrsplanungscheck:
1.Radwegeplanung
Durch Erkundung, Video- und Fotostreifzug werden die Radwege im Stadtteil erforscht. Die Ergebnisse werden in Riesen-Stadtteilplänen farbig vermerkt. In einem nächsten Schritt werden in weiteren Stadtplänen Verbesserungsvorschläge eingezeichnet. Die Ergebnisse werden der Verkehrspolizei, den zuständigen kommunalen Ausschüssen und der Öffentlichkeit vorgestellt.
2.Schulwegsicherung
· Schulwege mit den oben beschriebenen Methoden erkunden.
· Schulwegsicherungs-Broschüren und Flugblätter herstellen und verteilen.
3.Verkehrszählung (siehe auch Praxisporträt Stadtteilforschungsaktion Flensburg in: Brunsemann, C. & Stange, W. & Tiemann, D.: mitreden - mitplanen - mitmachen. Berlin und Kiel 1997, S. 60ff.)
Kinder und Jugendliche bekommen den Auftrag, an verschiedenen Orten zu verschiedenen Tageszeiten 15 Minuten lang PKWs, LKWs, Busse, Fahrräder und Fußgänger zu zählen.
4.Geschwindigkeitsmessungen
Mit Hilfe der örtlichen Polizei und mit Genehmigung der Verkehrsbehörde werden gemeinsam mit den Kindern Geschwindigkeitsmessungen an den relevanten Verkehrspunkten durchgeführt. Autofahrer, die zu schnell sind, werden von den Kindern darauf hingewiesen.
Nach dem ersten Durchgang der Messungen wird mit Absperrungen (Hütchen, Absperrungsbändern vom Tiefbauamt) eine provisorische Straßenverengung aufgebaut. Es werden die Geschwindigkeiten der Autos gemessen und mit den ersten Messungen verglichen. Die Straßenverengungen können von den Kindern zusätzlich kreativ mit selbstgemachten Plakaten, Geschwindigkeitsbegrenzungsschildern usw. gestaltet werden. Ein Diavortrag und die Entwicklung von Verbesserungsvorschlägen für bestimmte Gefahrenpunkte schließen sich an. Um Anregungen für die Verbesserung z. B. der eigenen Straße zu bekommen, werden mit den Kindern und Jugendlichen Dias von Verkehrsberuhigungsmaßnahmen angeschaut. Die Kinder und Jugendlichen entwickeln daraufhin in Kleingruppen Ideen für Maßnahmen, die bei ihrem Projekt in Frage kommen und zeichnen diese auf. Abschließend werden die ausgewählten Vorschläge im Modellbau umgesetzt und weiterentwickelt.
5.Präsentation der Ergebnisse
Die Ergebnisse werden von den Kindern und Jugendlichen der Öffentlichkeit (den Politikern, dem Bürgermeister, den Planern ...) vorgestellt. Die Medien dürfen dabei natürlich nicht fehlen.
  
Hinweise zur Durchführung:

• Für welche Situationen geeignet?
a)um Gefahrenpunkte und Verbesserungsvorschläge aus Kinder- bzw. Jugendsicht zu erfahren
b)gut geeignet, wenn auf eine konkrete Gefahrenstelle (z. B. an einer vielbefahrenen Straße am Kindertreff) aufmerksam gemacht werden soll
c)zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an der Verkehrsplanung
d)bei der Radwegeplanung
e)bei der Schulwegsicherung
• Vorteile: Expertenwissen von Kindern und Jugendlichen aus ihrer Lebenswelt wird genutzt.
• Nachteile: Die Methode ist teilweise aufwändig und funktioniert nur, wenn interessante und spannende Methoden eingesetzt werden.
• Sinnvoll ist es, möglichst frühzeitig (noch während des Prozesses - z. B. bei den Dias mit Verkehrsberuhigungsmaßnahmen) einen Kontakt zwischen den Planern und den Kindern und Jugendlichen herzustellen. Beide Seiten können davon
profitieren. Doch sollte hier darauf geachtet werden, dass die Planer nicht ihre eigenen Vorstellungen (gerade bei den Verbesserungsvorschlägen) in den Vordergrund stellen, sondern den Kindern und Jugendlichen nur Anregungen geben. Im Mittelpunkt stehen die Meinungen, die Erfahrungen und Kreativität der Kinder und Jugendlichen.
  
Vorbereitungen:

siehe Beschreibung/Verlauf
  
Personelle Erfordernisse:

Neben der Moderation ist die Mithilfe der örtlichen Polizei und die Mithilfe von ein bis zwei örtlichen Planern notwendig.
  
Benötigtes Material:

Vorbereitete Auftragsbögen,
Stadt(teil)pläne (evtl. vergrößert), Stifte,
große Papierbögen,
Klebepunkte,
Fotoapparat,
(Stop)-Uhren,
Material für Modellbau, Kassettenrecorder mit Mikrophon (oder Diktiergerät),
Dias mit Verkehrsberuhigungsmaßnahmen, Absperrungen (Absperrungshütchen oder -band)
  
Voraussetzungen am Veranstaltungsort:

je nach Durchführung
  
Varianten:

Variante 1: Kinderfreundliche Verkehrsverbindungen können gecheckt werden.
Variante2: Erschließung von Spielgeländen im Rahmen der Planung von neuen Baugebieten (siehe Bauplanungscheck).
  
Literaturhinweis:Apel, Peter ; Pach, Reinhard: Kinder planen mit. Stadtplanung unter Einbeziehung von Kindern. - Unna, 1997. - S. 134 ff.
  
Quelle:Brunsemann, Claudia ; Stange, Waldemar ; Tiemann, Dieter: Mitreden - mitplanen - mitmachen. - Berlin [u.a.], 1997. - S. 152ff.
  
Redakteur(in):

Brunsemann/Stange/Tiemann
  
 



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