dot Home dot AGB dot Kontakt dot Impressum dot

sofort helfen


Rubrik

Seminare Werkstatt für Demokratie, Termine
09 MEDIENKOMPETENT WERDEN!
Kinder und Internet

 

Kinder und Jugendliche in Deutschland nutzen das Internet wie nie zuvor. Das zeigen die Untersuchungen im Rahmen der jährlich durchgeführten KIM-Studien des Medienpädagogischen Forschungsverbandes Südwest ganz deutlich. In den vergangenen Jahren hat sich die Zahl der im Internet surfenden Kinder verfünffacht. Auch das Angebot von Websites für Kinder ist beständig gewachsen und Bezeichnungen wie „Generation @“ oder „Net-Generation“ versuchen, die Anfang des 21. Jahrhunderts aufwachsenden jungen Menschen zu betiteln.

Ziel muss es sein, Kindern schon frühzeitig einen kompetenten Umgang mit dem Internet zu ermöglichen.

Kinder nutzen Medien eigenständig nach ihren jeweiligen Interessen und Bedürfnissen. Individuell gestalten sie ihr Leben und ihren Alltag und bauen sich durch ihre Aktivitäten und Handlungen ihre eigene Lebenswelt auf. Kindheit als eigenständige Lebensphase anzusehen, bedeutet auch bei Internetangeboten den kindlichen Bedürfnissen, Erfahrungen und Fähigkeiten gerecht zu werden. Da vielfach Kindern noch eine kritische Urteilsfähigkeit und Fähigkeit zur Orientierung für ein Leben in der Informationsgesellschaft fehlen – und somit auch beim medienkompetenten Umgang mit dem Internet (sie können beispielsweise oft noch nicht zwischen Werbung und Inhalt einer Website unterscheiden) – , müssen sie beim Umgang mit dem Netz unterstützt, beraten und begleitet werden. Gerade das Internet birgt kinder- und jugendgefährdende Inhalte, vor denen es Kinder und auch Jugendliche zu schützen gilt.

Ziel muss es sein, Kindern schon frühzeitig einen kompetenten Umgang mit dem Internet zu ermöglichen. Hierfür reicht es nicht aus, ihnen kindgerechte Webseiten und die technische Handhabung des Internets zu zeigen. Bezüglich der Inhalte des Internets wird vor allem eine kritische Analyse der vermittelten Informationen gefordert. Diese beinhaltet auch, Quellenangaben und -rechte, Aktualität und Stellenwert sowie die Richtigkeit der Inhalte zu überprüfen.

Zudem wird ein umfangreiches Verständnis von Struktur und Funktionsformen des Internets gefordert, das heißt Wissen über Entstehung, Funktionsweise und Nutzungsmöglichkeiten des Internets. Durch die vernetzte Struktur der Inhalte des Internets muss der Nutzer oder die Nutzerin auch kognitiv in der Lage sein, sich in diesem Netz von Informationen zurechtzufinden. Zudem muss die Fähigkeit zu einer effizienten Informationssuche und -auswahl beherrscht werden.

Zum Ausdruck der persönlichen Meinung und für eine gestalterische Beteiligung kann das Internet ebenfalls genutzt werden. Diese und andere Komponenten des kompetenten Umgangs mit dem Internet erfordern Fähigkeiten, die sich im Laufe der Sozialisation und abhängig vom sozialen Umfeld entwickeln und die gefördert werden müssen. Hier sind vor allem Kinder auf die Unterstützung durch Eltern und Lehrkräfte angewiesen.

Neben medienkompetenter Nutzung ist es gleichzeitig von Bedeutung, Kindern eine chancengleiche Nutzung des Internets zu ermöglichen. Denn auch wenn zahlreiche Studien zeigen, dass die Zahl der jungen Internetnutzer/-innen steigt, geben diese Zahlen noch keine Auskunft darüber, wie genau die Kinder und Jugendlichen das Medium nutzen bzw. in welchem Maße sie mit diesem Medium kompetent umgehen können oder auch nicht. Hinsichtlich der Nutzungsweisen und Aneignungsstrukturen bestehen Differenzen, die auf sozialen Unterschieden in Herkunft, Bildung und anderen Ressourcen beruhen. Auffällig ist z.B., dass mehr Schüler und Schülerinnen aus Gymnasien als aus Hauptschulen
das Internet nutzen und dieses eher informationsorientiert und partizipierend einsetzen, während die formal bildungsniedrigeren es eher konsum- und unterhaltungsorientiert nutzen.

Medienpädagogische Bemühungen, die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen zu fördern, können Ungleichheiten kompensieren. Gerade weil sie umgeben von Digitalen Medien aufwachsen, ist es wichtig, ihnen einen selbstgesteuerten und bildungsermöglichenden Umgang mit diesen zu geben. Damit ein chancengerechter Zugang zu neuer Technologie gesichert ist und keine digitale Kluft zwischen Kindern und Jugendlichen entsteht, sind gerade Bildungsinstitutionen gefordert, Kindern Zugang zu und Nutzungsmöglichkeiten im Kontext neuer Medien zu vermitteln. Soziale Differenzen müssen in den Blick genommen werden und im Sinne einer differenzüberwindenden Förderung sowohl Benachteiligten neue Chancen eröffnen, als auch eine gesellschaftliche Spaltung in diesem Bereich überwinden.


Stand: 09. Juni 2008


Dieses Positionspapier ist Teil der bundesweiten Kampagne des Deutschen Kinderhilfswerkes zum Thema Chancengleichheit für alle Kinder und Jugendlichen in Deutschland.

pdf   Position als PDF

Fachbeiträge zum Positionspapier
Titel: Medienkompetent von Geburt an? - Grundlagen für die Förderungvon Medienkompetenz bei Kindern
pdf   Fachbeitrag als PDF



  Weitere Positionen
>> 03 Bundesbeauftragte(r)
für Kinderrechte
>> 07 Recht auf Bildung
für alle Kinder
>> 08 Länger gemeinsam
lernen



>> zurück zur Übersicht



Seminare
Methodentipp
Mehr Fantasie
(Spiel)

Media
Video zum 13. Bundestreffen engagierter Kinder und Jugendlicher.
> zum Video

Moderatorenausbildung Kinderrechte ins GrundgesetzKinderrechte ins Grundgesetz